Eine detaillierte Analyse des Haushaltssicherungskonzepts der Stadt Herzogenrath
Dieser Artikel wurde am25.06.2026aktualisiert. Der Haushalt 2026 wurde am15.06.2026 im Stadtrat beschlossen. Viele der ursprünglich geplanten Kürzungen wurden im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss (HFWA) auf Initiative aller Fraktionen gestrichen oder abgemildert. Die nachfolgenden Punkte wurden entsprechend aktualisiert.
📊 Vorher/Nachher-Vergleich ansehenDie Sparmaßnahmen treffen fast jeden Bereich des öffentlichen Lebens. Hier die Übersicht –aktualisiert nach dem Beschluss vom 15.06.2026:
⚠️ Beschlossen:2026: 770 v.H. (statt ursprünglich 795 v.H.). Steigt dann +3 %/Jahr ab 2027 bis 1.490 v.H. im Jahr 2036.
Ursprünglich geplant: +840.000 € für 2026, 795 v.H. → Jetzt moderater, aber trotzdem steigend.
✅ Im HFWA gestrichen.Die Träger der Offenen Ganztagsschule behalten ihre volle Förderung.
Ursprünglich geplant: −290.000 €/Jahr ab 2027.
✅ Im HFWA Patt, im Stadtrat gestrichen.Elternbeiträge bleiben stabil.
Ursprünglich geplant: „Eltern werden stark betroffen sein" – konkrete Höhe noch offen.
✅ Im HFWA gestrichen.Vereinszuschüsse bleiben in voller Höhe bestehen.
✅ Im HFWA gestrichen (Maßnahme 8).Gebäudeunterhaltung wird fortgesetzt.
Bleibt – nicht in der HFWA-Änderungsliste.
Bleibt (ab 2030). Durch natürliche Fluktuation. CDU: +20 % Stellen (512→615), +44 % Personalkosten seit 2020.
Familien mit Kindern wurden vom ursprünglichen HSK besonders hart getroffen.Nach dem Beschluss vom 15.06.2026sieht die Lage deutlich besser aus – aber nicht überall:
✅ Im HFWA gestrichen.Die Träger der Offenen Ganztagsschule behalten ihre volle Förderung. Eltern müssen nicht mit schlechterer Betreuung oder höheren Gebühren rechnen.
Ursprünglich geplant: −290.000 €/Jahr ab 2027, schlechtere Betreuung, höhere Elternbeiträge.
✅ Im HFWA Patt, im Stadtrat gestrichen.Elternbeiträge bleiben stabil. Das HSK hatte ursprünglich prophezeit: „Eltern werden stark betroffen sein."
✅ Maßnahme 48 wurde im HFWA gestrichen– RodaRock, das größte Jugendfestival der Region, findet weiterhin statt!
🟡 NAF wird nicht komplett abgesagt, sondern findet nur noch alle 2 Jahre statt.Budget: 35.000€ statt 70.000€ pro Jahr.
Ursprünglich geplant: Komplettabsage. Das Fachamt warnte: NAF sei ein „wichtiges Alleinstellungsmerkmal" für Herzogenrath.
⚠️ Nicht in der HFWA-Änderungsliste– die Maßnahme zum Abbau von ca.10 Spielplätzenist wahrscheinlich weiterhin beschlossen. Wohnortnahe Spielflächen für Kinder bleiben gefährdet.
2025 bereits2,88 Mio. € Mehraufwendungen, Tagessätze um +20–25 % gestiegen.(HSK, S. 5)– Dieser Druck bleibt unabhängig vom Beschluss bestehen.
Senioren sind in Herzogenrath die größte Bevölkerungsgruppe (30,3 % über 60). Was das HSK für sie vorsieht:
3.800 € Einsparung – begründet mit vorhandenen Mitteln aus Vorjahren
Bisher alle 2 Jahre. Einsparung: 20.200 €
Insgesamt trifft es Senioren mit24.000 € Kürzung– vergleichsweise moderat. Aber: Es gibt kaum neue Angebote für die wachsende Seniorenzahl.
Herzogenrath wird älter – und das hat direkte Folgen für die Stadtfinanzen.
Quelle: Urbistat 2023
Während die Stadt an Familien spart, wächst die Zahl der Senioren weiter. Das bedeutetsteigende Sozialausgaben bei sinkenden Einnahmen– eine gefährliche Kombination.
| Herzogenrath | Würselen | Baesweiler | |
|---|---|---|---|
| Grundsteuer B (2025) | 733 % | 850 % | 710 % |
| Grundsteuer B (2026 beschlossen) ⚠️ | 770 % (urspr. 795 % geplant) | 850 % | 710 % (unverändert) |
| Gewerbesteuer (2026) | 505 % | Keine Angabe | 470 % |
| HSK nötig? | JA – pflichtig | Freiwilliges Konsolidierungskonzept | NEIN |
| Grundsteuer-Erhöhung 2026? | JA – 770 v.H. (urspr. 795 geplant) | Von 575→850 % (2024 rückwirkend) | KEINE |
| Grundsteuer pro Kopf | Keine Angabe | Keine Angabe | 180,50 € (niedrigste Städteregion) |
| Defizit 2026 ⚠️ | −15,37 Mio. €(urspr. −19,03 Mio. €) | Ursprünglich −15 Mio. € | Ausgeglichen |
| Personal-Entwicklung | +20 % Stellen, +44 % Kosten (CDU, 25.08.2025) |
Keine Angabe | Keine Angabe |
Quellen: HSK Herzogenrath 2026 · Steuerzahlerbund NRW (Hebesätze 2025) · baesweiler.de („Gelber Zettel") · wuerselen.de · cdu-herzogenrath.de (25.08.2025) · Stadtratsbeschluss 15.06.2026
Der Haushaltsbeschluss vom 15.06.2026 hat viele der schlimmsten Kürzungen abgewendet – OGS, Vereinszuschüsse und RodaRock wurden gerettet. Doch die grundsätzliche Problematik bleibt:
Was verbessert wurde:
Was problematisch bleibt:
Auch wenn 770 v.H. weniger schlimm ist als 795 v.H. – die Grundsteuer steigt bis 2036 auf 1.490 v.H. Das belastet Familien und Immobilienbesitzer zunehmend.
Baesweiler (710 v.H., kein HSK) bleibt deutlich attraktiver. Spielplatzabbau und steigende Grundsteuer könnten trotzdem Familien vertreiben.
505 v.H. Gewerbesteuer in Herzogenrath vs. 470 v.H. in Baesweiler – Unternehmen könnten sich für den günstigeren Standort entscheiden.
−15,37 Mio. € Defizit und Haushaltsausgleich erst 2036: Wenn die Einnahmen nicht steigen, droht in einigen Jahren das nächste Sparpaket.
Viele Kürzungen wurden abgewendet – aber das Fundament wackelt noch.Das HSK spart weiterhin an der Zukunft der Stadt. Wer Kinder, Jugendliche und Familien vergräult, zerstört das Fundament für morgen. Der Beschluss vom 15.06.2026 ist ein Erfolg für alle, die sich eingebracht haben – aber er ist kein Freifahrtschein. Die strukturellen Probleme bleiben.
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